Rund um den Hafen in Prerow treffen Boddenruhe, Seebrücke und kurze Wege in den Ort aufeinander. Für mich ist das kein Platz für bloßes Vorbeigehen, sondern ein kompakter Ausgangspunkt für Spaziergänge, Bootstouren und kleine Ausflüge an der Mecklenburgischen Ostseeküste. Wer den Ort verstehen will, sollte hier anfangen: am Wasser, am Übergang zwischen Natur und Infrastruktur und mit Blick auf die Ziele, die sich von dort am sinnvollsten kombinieren lassen.
Der Hafenbereich in Prerow verbindet Bodden, Seebrücke und kurze Wege in den Ort
- Wasserlage - Der Hafen liegt boddenseitig am Prerower Strom und ist eng mit dem Ort verbunden.
- Nutzung - Er funktioniert als Wasserwanderrastplatz, also als Etappenstopp für Bootsreisende.
- Kapazität - Vor Ort gibt es 59 Gastliegeplätze, dazu Verleih von Kajaks, Ruder- und Motorbooten.
- Neuer Blickfang - Die Seebrücke ist 720 Meter lang und führt zum Inselhafen.
- Ausflugswert - Besonders lohnend sind Seemannskirche, Weststrand und Darßer Ort.
- Praktikabilität - Für einen ruhigen Besuch funktionieren Morgen und später Nachmittag meist am besten.

Was der Prerow Hafen heute für Besucher bedeutet
Ich würde den Hafenbereich nicht als klassischen Yachthafen beschreiben. Prerow hat einen alten, boddenseitig gelegenen Wasserwanderrastplatz am Prerower Strom und seit 2024 zusätzlich den neuen Inselhafen am Kopf der Seebrücke. Die offizielle Seite Ostseebad Prerow nennt dafür 59 Gastliegeplätze im Wasserwanderrastplatz; für die Seebrücke selbst sind 720 Meter Länge und 87 Pfähle angegeben.
| Bereich | Charakter | Wofür er sich eignet |
|---|---|---|
| Wasserwanderrastplatz am Prerower Strom | Ruhig, funktional, boddenseitig und nah am Ort | Anlegen, Pause machen, Boote leihen, weiterfahren |
| Inselhafen an der Seebrücke | Modern, markant und stärker auf Blick und Orientierung ausgelegt | Spazieren, Aussicht genießen, kurz verweilen, maritime Atmosphäre erleben |
Ein Wasserwanderrastplatz ist im Grunde ein Etappenstopp für Bootsreisende, also kein Großhafen, sondern ein funktionaler Punkt für Ankunft und Weiterfahrt. Genau das prägt den Ort: Der eine Bereich ist eher praktisch, der andere vor allem ein Aussichtspunkt. Wer diese Zweiteilung versteht, plant realistischer und erwartet nicht zu viel Hafentrubel, wo eigentlich eher maritime Ruhe herrscht. Wer den Hafen nicht nur sehen, sondern nutzen will, sollte die Angebote vor Ort genauer auseinanderhalten.
Welche Angebote vor Ort wirklich sinnvoll sind
Der Hafen lebt weniger von Spektakel als von nützlichen Kleinigkeiten. Genau das macht ihn für mich sympathisch: Man kann kurz stoppen, sich hinsetzen und trotzdem etwas Sinnvolles unternehmen.
- Bootsverleih am Bodden - Ruderboote, Motorboote, Kajaks und Wassertreter sind direkt in der Nähe verfügbar. Das eignet sich besonders für Gäste, die keine große Tour wollen, sondern eine ruhige Stunde auf dem Wasser.
- Boddenrundfahrten - Wer lieber sitzen bleibt, nimmt ein Fahrgastschiff. Das ist die bequemste Lösung für Familien, ältere Gäste oder alle, die die Landschaft ohne eigene Paddelkraft erleben möchten.
- Kurzer Stopp mit Infrastruktur - Direkt am Hafen gibt es kleine Sitzbereiche und eine Gastronomie. Von dort ist es auch nur ein kurzer Weg in den Ort mit Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.
- Etappenhafen mit klaren Regeln - Für Sportboote ist der Inselhafen klein dimensioniert. Die Liegezeit ist auf 24 Stunden begrenzt. Das ist kein Nachteil, sondern Teil des Konzepts: Hier wird Funktion vor Daueraufenthalt gestellt.
Ich halte das für wichtig, weil viele Besucher unbewusst einen großen Hafen mit langer Uferpromenade erwarten. Prerow ist anders: überschaubar, maritim und nah an der Natur. Genau deshalb passt der Ort so gut zu einem entspannten Tagesprogramm und nicht nur zu einem reinen Hafenspaziergang. Als Nächstes lohnt sich der Blick auf die Ausflugsziele, die sich von hier aus am besten kombinieren lassen.
Diese Ausflugsziele passen am besten zum Hafenbesuch
Wer vom Wasser aus weiterziehen will, hat in Prerow und Umgebung eine ungewöhnlich starke Auswahl. Ich würde die Ziele nicht einfach nach Bekanntheit sortieren, sondern nach dem, was sie am besten leisten: Aussicht, Geschichte, Natur oder eine Mischung daraus.
| Ziel | Warum es sich lohnt | Mein Tipp |
|---|---|---|
| Seebrücke und Inselhafen | Der Weg über 720 Meter Wasser ist selbst das Erlebnis, dazu kommt der weite Blick über die Ostsee. | Ideal am späten Nachmittag oder bei klarem Himmel. |
| Seemannskirche | Ältestes Gotteshaus auf dem Darß, 1726 bis 1728 erbaut, still und kulturgeschichtlich stark. | Gut für alle, die einen kurzen, ruhigen Gegenpol zum Wasser suchen. |
| Weststrand | Einer der ursprünglichsten Strände Europas, wild, naturbelassen und vom Wind geformt. | Am besten mit Rad oder mit genug Zeit für den Rückweg einplanen. |
| Darßer Ort und Natureum | Leuchtturm, Nationalpark und Museum ergeben zusammen ein klares Naturziel mit Lernwert. | Die richtige Wahl für einen halben oder ganzen Tag. |
Der Weststrand und der Bereich um Darßer Ort zeigen, warum Prerow mehr ist als ein schöner Badeort. Hier bekommt man die Mischung aus Küstenlandschaft, Schutzgebiet und gut erreichbaren Zielen, die auf der Halbinsel sonst schnell auseinanderfallen würde. Genau daraus entsteht der Reiz der Region, und genau deshalb ist der Hafen ein sinnvoller Startpunkt für einen Ausflug. Wenn Sie wenig Zeit haben, reicht oft schon der Gang bis zur Dachterrasse am Inselhafen, denn der Blick reicht bis Hiddensee und zum Darßer Ort.
So plane ich einen halben Tag am Wasser
Wenn ich Prerow knapp, aber nicht hektisch erleben will, gehe ich in einer einfachen Reihenfolge vor. Das vermeidet unnötige Wege und nutzt die Nähe zwischen Hafen, Ortskern und Strand wirklich aus.
- Ich starte am Wasserwanderrastplatz und bleibe erst einmal nur kurz stehen. Ein Hafen wirkt am besten, wenn man ihn nicht sofort abarbeitet.
- Danach gehe ich über die Seebrücke zum Inselhafen. Dort lohnt sich nicht nur der Blick aufs Wasser, sondern auch die Perspektive zurück auf den Ort.
- Für den nächsten Abschnitt nehme ich mir die Seemannskirche oder einen kurzen Bummel durch den Ort vor. So bekommt der Tag eine kulturelle Ebene, statt nur maritim zu bleiben.
- Wenn mehr Zeit bleibt, setze ich auf Weststrand oder Darßer Ort. Für die Strecke dorthin ist das Fahrrad meist die entspannteste Lösung.
Besonders angenehm sind für mich Morgen und später Nachmittag: morgens ist es ruhiger, später bekommt das Licht auf der Brücke und über dem Bodden mehr Tiefe. Bei Wind ist es klug, die offene Küste nicht zu unterschätzen und den Tag eher mit Hafen, Ort und kurzen Wegen zu strukturieren. Wer zusätzlich auf Wasserqualität achtet, findet mit der Blauen Flagge am Hafen und am Nordstrand einen guten Orientierungspunkt. Genau dort liegt der praktische Mehrwert: Aus einem kurzen Besuch wird ohne großen Planungsaufwand ein kleiner Ausflug.
Worauf es bei einem kurzen Besuch wirklich ankommt
Für einen Kurztrip würde ich den Schwerpunkt nicht auf das Abarbeiten setzen, sondern auf die Kombination aus Blick, Bewegung und einem einzigen klaren Ziel. Ein Hafenbesuch in Prerow funktioniert dann am besten, wenn man ihn als ruhigen Auftakt versteht und nicht als Endpunkt.
- Für 1 Stunde - Hafen, kurzer Brückenweg, Rückweg mit Kaffeepause.
- Für 2 bis 3 Stunden - Hafen plus Seemannskirche oder Ortsbummel.
- Für einen halben Tag - Hafen, Seebrücke und anschließend Weststrand oder Darßer Ort.
So bleibt der Besuch stimmig, auch wenn das Wetter wechselt oder die Zeit knapp ist. Genau darin liegt für mich der eigentliche Charme dieses Ortes: Er liefert keine künstliche Bühne, sondern eine gut nutzbare Verbindung aus Wasser, Geschichte und Natur, die man sehr unkompliziert in einen Ausflug verwandeln kann.